Verlieren verboten im Verfolgerduell
Kreisliga Mosbach: Elztal und Neunkirchen treffen direkt aufeinander und wollen den Anschluss an das Schefflenzer Führungsduo nicht verlieren
RNZ, 02.10.2026 Mosbach. (mami) „Schefflenz dominiert“ – so oder so ähnlich könnte man die Gemengelage in der Kreisliga Mosbach aktuell zusammenfassen. Der SC Oberschefflenz und die SV Schefflenz stehen auf Platz eins und zwei, sind die einzigen beiden Mannschaften, die noch keine Niederlage hinnehmen mussten. Nicht nur geografisch (zwischen beiden Sportplätzen liegen rund 3,5 Kilometer), auch punktetechnisch liegen beide Teams ganz nah beieinander.
Allerdings will man dem starken Saisonstart in beiden Lagern noch nicht allzu viel Bedeutung beimessen. „Wir haben erst sechs Spiele gespielt. Natürlich lief es bisher sehr gut, aber die Saison ist noch lang. Wir tun gut daran, die Kirche im Dorf zu lassen“, drückt Luca Egolf, Spielertrainer der SVS, ein wenig auf die Bremse. Und auch Jan Kovacs, Spielführer des SCO, will ob der aktuellen Tabellenführung noch nicht gänzlich in Euphorie verfallen: „Klar hat man die Tabelle im Blick, aber zu diesem frühen Zeitpunkt kann noch so viel passieren.“
Trotz aller Bescheidenheit lässt sich dennoch festhalten, dass sowohl der SC Oberschefflenz als auch die SV Schefflenz nicht durch Zufall da stehen, wo sie eben stehen. In Oberschefflenz musste man den Abgang von 25-Tore-Mann Eren Tagun verkraften, noch dazu fielen zum Saisonstart Leistungsträger wie Torhüter Christian Teicht und Offensivmann Giuliano Scialpi aus. „Wir haben es aber geschafft, diese Ausfälle im Kollektiv zu kompensieren“, findet Kovacs. Unterstrichen wird diese Aussage von der Tatsache, dass sich mit Efdal Gügercin (7 Tore), Nurullah Musaogullari (4 Tore) und Mert Tunc (10 Tore) drei Spieler das „Toreschießen“ teilen.
Eine absolut perfekte Bilanz weißt der Tabellen- und Ortsnachbar auf. Sechs Spiele, sechs Siege – die SV Schefflenz ist ebenfalls voll auf Kurs. Wirklich geändert habe sich im Vergleich zur vergangenen Runde allerdings nicht viel, so Coach Luca Egolf. „Die Mannschaft arbeitet einfach unglaublich hart und diszipliniert Woche für Woche. Das macht möglicherweise aktuell in gewissen Momenten den Unterschied.“
Fakt ist: Beide Schefflenzer Mannschaften gehen als klare Favoriten in ihre nächsten Begegnungen. Die SVS ist bereits morgen (Anpfiff 12 Uhr) beim SV Sattelbach zu Gast. Die Alemannen fuhren bisher vier Punkte ein. Und das an den ersten beiden Spieltagen, im Anschluss folgten vier Niederlagen in Serie. Dennoch wollen die Gäste die Aufgabe nicht auf die leichte Schulter nehmen. „Es wird eine schwierige Partie. Vor allem in Sattelbach ist es immer sehr unangenehm zu spielen, der Gegner ist ,eklig’, sehr robust.“ Und dennoch: Alles andere als ein Schefflenzer Sieg wäre eine Überraschung.
Der SC Oberschefflenz muss ebenfalls auswärts ran, man gastiert beim SC Weisbach. Und dort ist die Lage durchaus prekär. Vie Punkte holte die Mannschaft von Spielertrainer Florian Helm bisher. Was allerdings viel mehr ins Auge springt als die Punktzahl, sind zum einen die 26 Gegentreffer, die die SCW-Defensive schon schlucken musste und zum anderen die lediglich vier erzielten Tore. Dass diese allesamt aus dem 4:3-Sieg gegen TS Mosbach II stammen, rundet das bisherige Bild des SC Weisbach ab. Dieser Sieg ist übrigens auf den 30. August datiert, so dass die Winterhauchler seit über einem Monat auf ein eigenes Tor warten.
Gegen Überraschungen nichts einzuwenden hätte sicherlich der FV Elztal. Der Dritte im „Führungsbunde“ könnte von Ausrutschern der Schefflenzer Teams profitieren und selbst wieder zurück an die Tabellenspitze springen. Die hatte man ja bis letzte Woche noch inne, verlor dann aber das Spitzenspiel gegen den SCO. Wiedergutmachung ist also angesagt, wobei auf die Elztäler die wohl schwerste Aufgabe der „großen Drei“ wartet. Denn in Dallau ist mit dem SV Neunkirchen nicht nur ein Landesligaabsteiger, sondern auch der direkte Tabellennachbar zu Gast.
Nachdem sich die „Neikercher“ nach drei Spieltagen von Trainer Yves Schäufele trennten, übernahm der vorherige Co-Trainer Oliver Mahrt. Es folgten zwei Siege und zwei Remis. Generell hat der letztjährige Landesligist bisher einen Hang zum Spektakel. Letzter Beweis ist das verrückte 6:5 gegen den FC Limbach vom vergangenen Sonntag. Man führte nach 84 Minuten schon mit 5:2, in den letzten zehn Minuten fielen noch vier Treffer. Sowohl für Elztal als auch für Neunkirchen gilt eigentlich „verlieren verboten“, denn dann läuft man Gefahr den Anschluss das Schefflenzer Duo etwas zu verlieren.
Bleibt noch der Blick ans Tabellenende, denn da steht mit dem FV Mosbach II noch eine Mannschaft, die immer noch auf den ersten Sieg wartet. Drei Niederlagen und drei Remis stehen aktuell zu Buche. Dabei muss man allerdings beachten, dass die Pleiten gegen die beiden Schefflenzer Teams und Neunkirchen bezogen wurden – drei absolute Topteams also. Dass der MFV allerdings gegen die kriselnden Clubs aus Sulzbach und Weisbach nicht über ein Unentschieden hinauskam, lässt wiederum darauf schließen, dass bei der Mannschaft von Coach Leif Haupert und seinem Co-Trainer Marco Sarrach-Ditté noch nicht alles rund läuft.
Ein Grund dafür dürfte die wechselnde Personalsituation sein. 26 Spieler kamen bisher schon zum Einsatz, lediglich Kevin Schmidt und Co-Trainer Sarrach-Ditté kamen in allen sechs Partien zum Einsatz. Den nächsten Anlauf nehmen die Kreisstädter am Sonntag, wenn die Gäste aus Haßmersheim in Mosbach vorstellig werden. Gastgeschenke wird der Aufsteiger keinesfalls mitbringen. Mit Ausnahme der deutlichen 6:1-Klatsche gegen die SV Schefflenz waren Sportfreunde, die immerhin schon sechs Punkte auf ihr Konto verbuchen konnten, auch bei den Niederlagen nah dran. Gegen Fahrenbach und zuletzt Auerbach verlor man je mit nur einem Tor Unterschied, nachdem man dem Gegner zuvor alles abverlangt hatte.
Ein Hoffnungsschimmer im MFV-Lager könnte dabei sein, dass die Haßmersheimer alle ihre Punkte auf heimischem Geläuf holten, aus der Fremde aber stets mit leeren Händen zurückkehrten. Die Hausherren dagegen holten immerhin zwei ihrer drei Unentschieden zu Hause.