Die Verfolger haben etwas gut zu machen
Landesliga Odenwald: Neckarelz und Grünsfeld treffen im direkten Duell aufeinander – Spitzenreiter FV Mosbach hat den frechen Aufsteiger aus Neckargerach zu Gast
RNZ, 02.10.2026 Neckar-Odenwald-Kreis. (huwa)„Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“, lautet ein Sprichwort. Während Tabellenführer Neckarelz und der Tabellenzweite Grünsfeld remisierten, fuhr der FV Mosbach drei Punkte ein und übernahm die Spitzenposition.
Beim FV Mosbach läuft es wie am Schnürchen gezogen. „Aktuell erleben wir eine richtig gute Phase. Die Tabellenführung ist für uns eine schöne Momentaufnahme und gleichzeitig die Belohnung für den guten Lauf der vergangenen Wochen“, findet MFV-Coach Christoph Bender. Im ersten Moment könne man sagen, das Soll sei erfüllt, gleichzeitig wisse man aber auch, „dass wir im Vergleich zu anderen Vereinen ein vermeintlich leichteres Auftaktprogramm hatten. Unser Antrieb ist es daher, diese Entwicklung Woche für Woche zu bestätigen, weiterhin anzugreifen und unsere Serie ohne Niederlage fortzusetzen“, so Bender.
Wichtig für ihn sei, „wie die Jungs Woche für Woche mit den Herausforderungen umgehen, die uns gestellt werden.“ Das Erfolgsrezept liege in der weitgehend konsequenten Umsetzung des jeweiligen Plans, lobt der Coach sein Team, das den SV Neckargerach empfängt. „Das ist eine Mannschaft, die sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt hat, für diese tolle Entwicklung gebührt dem SVN großer Respekt“, konstatiert Christoph Bender. Sein „Gericher“ Pendant Simon Blankenburg vermutete nach dem erfolgreichen Start, dass es so nicht weitergehen würde.
Die Niederlagen gegen Billigheim und Neckarelz haben die Neckartäler jedoch abgehakt. „Die abgeklärten Billigheimer haben verdient gewonnen, gegen Neckarelz haben wir 60 Minuten gut mitgespielt, aber verpasst, uns zu belohnen. Nach dem 0:2 hat die SpVgg mit ihrer Qualität die restliche Zeit souverän runtergespielt“, bilanziert Blankenburg, der das am letzten Sonntag gegen Grünsfeld erreichte 2:2 so erklärt: „Wir waren zwar nicht die spielbestimmende Mannschaft, konnten aber mit Laufbereitschaft und Einsatz dagegenhalten, um in den entscheidenden Momenten zuzuschlagen.“ Nun freuen sich die „Gericher“ auf die Partie in Mosbach. „Zum einen ist es immer ein besonderer Ansporn, gegen den Spitzenreiter zu spielen und zum anderen wollen wir nach der Pokalspiel-Niederlage gegen den MFV zeigen, dass wir ein bisschen mehr draufhaben“, sagt Simon Blankenburg.
Vor dem Spieltag des vergangenen Wochenendes betrug der Rückstand des den vierten Rang belegenden TSV Mudau auf die Tabellenführerposition drei Zähler. Weil Spielertrainer Dennis Hutters Team, das im September fünf Dreierbündel schnürte, darunter der letztwöchige Sieg in Nassig, sind es nur noch zwei Punkte Rückstand. Beim 3:0 in Nassig trugen sich Christoph Hornbach, Nico Galm und Florian Hoffmann in die Torschützenliste ein. Gegen den VfK Diedesheim wollen die „Mudemer“ im Odenwaldstadion selbstverständlich ihre Erfolgsserie fortsetzen und so auftreten, wie Dennis Hutter jüngst betonte: „Dass unsere Zuschauer zufrieden sind.“ Für die Diedesheimer war der September ebenfalls ein guter Monat, in dem sie keine Partie verloren, sondern acht Punkte erspielten. Trainer Peter Hogens Team liegt ein einstelliger Tabellenplatz in greifbarer Nähe. Ob der „Zugriff“ gelingt, hängt auch mit den sonntäglichen Resultaten zusammen.
Trotz der 1:4-Heimniederlage gegen den FV Mosbach wird der TSV Billigheim mit dem bisherigen Abschneiden zufrieden sein, denn Coach Marvin Flads Elf belegt mit elf Zählern die achte Tabellenposition. Das sind nur drei Punkte weniger als der fünftplatzierte aus Tauberbischofsheim. Das Ziel, sich von den Abstiegszone fernzuhalten, wurde bis dato realisiert. Es müsste sehr merkwürdig laufen, wenn der TSV beim Vereinsnamensvetter Assamstadt, der zuletzt dem FV Lauda mit 0:6 unterlag, nicht den vierten Saisonsieg in die Statistik schreiben würde. „Für uns gilt es, nach dem letzten Spiel eine Reaktion zu zeigen. Wir haben etwas gutzumachen und wollen uns definitiv anders präsentieren“, ist aus Assamstadt zu erfahren.
Mit drei Niederlagen in Serie im Gepäck fuhr der FSV Waldbrunn ins Elzstadion zur favorisierten SpVgg Neckarelz. Vor der Partie glich FSV-Trainer Dominik Webers Satz nicht dem Pfeifen im Walde, sondern entsprang seiner Überzeugung: „Das Schöne am Fußball ist, dass man auch als Underdog dem Favoriten das Leben schwer machen und gewinnen kann“, sagte Weber. Ausgerechnet gegen die starken Neckarelzer gelangen dem FSV, der in den vorherigen drei Matches keinen Treffer erzielte, drei Goals, die zum 3:3-Remis führten, das auch das Selbstbewusstsein stärkte. Im Hohen Odenwald (Spielort Dielbach) stellt sich der VfB Sennfeld vor. Das zweite Auswärtsspiel des VfB, der viermal in Folge auf fremdem Terrain antreten muss. Zuletzt zog Trainer Thomas Geigers Equipe in Königshofen mit 0:3 den Kürzeren, sodass die Sennfelder auf Rang 14 abrutschten.
Weil die SpVgg Neckarelz gegen den FSV Waldbrunn über ein Remis nicht hinauskam, mussten die Neckartäler die Tabellenführung an den FV Mosbach abtreten. „Wir sind insgesamt mit dem bisherigen Saisonstart überwiegend zufrieden mit weiter Luft nach oben“, bilanziert SpVgg-Trainer Sebastian Söll. „Personell bekommen wir Stück für Stück wieder mehr Möglichkeiten, einige Jungs sind zurück und kommen zunehmend in ihren Rhythmus“, berichtet der Coach vor dem Spitzenspiel beim FC Grünsfeld, der sich zuletzt in Neckargerach zwar mit einem Unentschieden zufriedengeben, jedoch noch keine Niederlage schlucken musste. „Grünsfeld gehört seit Jahren zu den stärksten Mannschaften der Liga und ist nicht ohne Grund noch ungeschlagen. Wir müssen dort eine sehr gute Leistung abrufen, wenn wir etwas Zählbares mitnehmen wollen“, weiß Sebastian Söll.
Knapp mit 0:1 verlor der SV Osterburken zu Hause gegen den TSV Tauberbischofsheim. Und der Gegentreffer resultierte aus einem Elfmeter-Nachschuss, nachdem SV-Keeper Pascal Nohe den Strafstoß abgewehrt hatte. In der Schlussphase der Partie zogen die Römerstädter ein Powerplay auf, doch gelang der Ausgleich nicht, der die zweite Niederlage in Folge verhindert hätte. Um zu vermeiden, dass der SVO in den „roten“ Tabellenbereich rutscht, muss Trainer Dominik Reicherts Truppe punkten. Leicht gesagt, denn für die Osterburkener steht das Auswärtsspiel beim SV Königshofen an, der seine letzten beiden Begegnungen gewonnen hat. Dennoch findet Martin Michelbach, der Sportchef der Messestädter: „Im Moment fällt es uns schwer, die vielen herausgespielten Möglichkeiten zu nutzen. Wir müssen weiter geduldig bleiben und auch gegen Osterburken zunächst hinten stabil stehen.“