Wer zeigt, was er drauf hat?
Kreisliga Mosbach: Die noch punktlosen Teams aus Sulzbach und Mosbach wollen ihre Serie beenden
RNZ, 28.08.2026 Mosbach. (kö) „Bringt doch nichts, wenn wir jetzt schon alles zeigen, was wir trainiert haben.“ Mit diesem Spruch schaffte es der Dortmunder Marco Reus in den Fußball-Sprüchekalender. Jede Saison gibt es Teams, die sich scheinbar an die Weisheit halten. So der TSV Sulzbach und der FC Mosbach, die nach zwei Partien noch keinen Punkt geholt, also noch nicht gezeigt, was sie drauf haben. Ob’s jetzt so weit ist?
Die erste Gelegenheit hat der FC Mosbach, der bereits am Samstag den FC Limbach empfängt. Auch bei der Freya verlief der Auftakt nicht ganz nach Wunsch, doch immerhin reichte es gegen Lohrbach zu einem Remis. Beide Teams haben ja grün in ihren Vereinsfarben, und weil grün ja bekanntlich für Hoffnung steht, erwarten die Fans in beiden Lagern jetzt den ersten Dreier.
Den würde man auch in Sulzbach gerne bejubeln, doch die Voraussetzungen sind nicht grade die besten. Der TSV hat nicht nur keinen Punkt, sondern mit schon acht Gegentoren in zwei Partien auch die schwächste Defensivreihe. Und ohne kompakte Abwehr kann man halt kein Spiel gewinnen, vor allem dann nicht, wenn der Gegner SG Auerbach heißt und über eine tolle Angriffsreihe verfügt. Allerdings brauchte die zuletzt auch einiges an Eingewöhnungszeit, denn man kam erst in Halbzeit zwei zu den Toren gegen den SV Neunkirchen. Letztlich aber stand halt ein Sieg für die SGA, die jetzt per Dreier in der Nachbarschaft vorne dran bleiben will.
A propos vorne dran: Die nach zwei Spieltagen kaum aussagekräftige Tabelle führen sechs Teams an, die in direkten Duellen aufeinander treffen. Drei Topspiele sozusagen. Dazu gehört die Partie des Tabellenführers FV Elztal gegen den Dritten FC Lohrbach. Die Elztäler warteten letzte Woche mit einem 5:1-Sieg bei Türkspor Mosbach auf. Manch ein eingefleischter FVE-Fan konnte das kaum glauben, denn es ist überliefert, dass manch einer daheim geblieben ist, weil gegen den TSM eh nichts drin sei.
So sah es auch bis zur Pause aus, doch dann trafen die Jungs von Johannes Walz gleich fünfmal in einer Halbzeit. „Das was der FVE in seinem Pausengetränk hatte, wollen wir auch“, wird da manch einer sagen. Oder hat der Coach passende Worte gefunden? Egal, was in der Kabine passiert, bleibt dort, und deshalb ist die Frage, ob sich der FVE gegen Lohrbach mit dem Gesicht der ersten oder der zweiten Hälfte zeigt.
Beide Gegner eint übrigens, dass sie seit dieser Saison mit neuen Torhütern agieren. Beim FC Lohrbach ist der aus Mudau gekommene Marco Wurzel ein echter Rückhalt, beim FV Elztal hat sich Robin Doll in der Vorbereitung den Platz im Tor gegen Marius Walz erkämpft.
Lange vermisste Gefühle überkommen derzeit die Fans der Alemannia aus Sattelbach. In der Vorsaison noch Relegationsteilnehmer steht man jetzt vorne dabei. „So lange wie möglich genießen“, heißt da die Devise, jetzt in Oberschefflenz steht man vor einer mega-schweren Aufgabe steht.
Allerdings fahren die Sattelbacher völlig angstfrei zum SCO, denn sie wissen, was sie können. Kompakt stehen und nach vorne geht mit Eppel, Mackamul oder Geier auch immer wieder mal was. Ein sportliches Entgegenkommen darf man sich in Oberschefflenz allerdings nicht erwarten. Der SCO konnte allen Unkenrufen zum Trotz seinen Kader fast komplett halten, und so wird es weiter jeder schwer haben, der Spielfreude des SCO etwas entgegen zu setzen.
Top in die Saison gestartet ist der VfR Fahrenbach, der gegen den FC Mosbach gleich viermal traf und hinten die weiße Weste hielt. Gar nicht so selbstverständlich, denn im VfR-Tor herrschte zuletzt Personalnot. Da musste im Pokalspiel auch mal Trainer Alex Kreß die Handschuhe überstreifen. Jetzt aber stand Maximilian Roos zur Verfügung, und Kreß konnte wieder auf dem Feld seine Spieler unterstützen.
Und das durchaus erfolgreich, wie die Tore von Johannes Hettinger, dem doppelten Kai Holzinger und Youngster Elias Ebel belegen. Der profitierte übrigens von der Vorarbeit von Stefan Zimmermann, der seinen frühen Saisoneinsatz sicher auch nicht so geplant hatte.
Doch wer in der VfR-Familie organisatorisch quasi der Mann für alle Fälle ist, der muss halt auch ran, wenn es auf dem Grün fehlt. Das Match gegen Schefflenz wird ein echter Gradmesser, denn viele Experten haben die SV Schefflenz als Mitfavorit auf den Titel genannt. Mit dem Auftaktsieg gegen Sulzbach durch die Doppeltorschützen Wallisch und Odiari wurde das auch untermauert.
Heimrecht für die Neuen heißt es in Weisbach und Neunkirchen. Der SCW, der noch immer nicht weiß , wen man als ersten Torschützen in der Kreisliga in die Vereinschronik schreiben soll (zweimal bleib man torlos), erwartet Türkspor Mosbach II. Könnte eine schwere Aufgabe werden, denn der TSM will unbedingt die desaströse zweite Hälfte gegen Elztal, wo es gleich fünfmal klingelte, vergessen machen.
Der SV Neunkirchen indes fuhr punktlos aus Auerbach heim, weil man einfach zu wenig Akzente setzen konnte. Jetzt kommt der FV Mosbach II, wo natürlich ein Heimsieg quasi Pflicht wird. Ein besonders Match wird das Ganze für SVN-Coach Yves Schäufele, der sich ja in Mosbach viele Jahre lange sportliche Meriten verdiente. Freundschaft ja, Punkte nein – so heißt trotzdem seine Devise. Spielfrei sind diesmal die Sportfreunde Haßmersheim.