Foto: MFV - Kay Schulze

MFV I: Derby und Spitzenspiel gegen die SpVgg Neckarelz

Kräftemessen in der Kreisstadt

Landesliga Odenwald: Tabellenführer Neckarelz hat eine kurze Auswärtsreise zum FV Mosbach – Dahinter lauern Grünsfeld, Mudau und Königshofen

RNZ, 16.10.2026 Neckar-Odenwald-Kreis. (huwa) Derweil nach dem letzten Spieltag im ersten Tabellendrittel rege Positionswechsel zu verzeichnen waren, blieben die Ränge ab Platz zwölf abwärts konstant besetzt. Der Neue an der Spitze der Torschützenliste der Liga heißt Lucas Baur. Der Neckarelzer traf in der Partie gegen den VfB Sennfeld dreimal ins Netz und war insgesamt achtmal erfolgreich.

Beim FV Mosbach steigt das Lokalderby und zugleich Spitzenspiel gegen die SpVgg Neckarelz, die als Nutznießer aus dem letzten Sonntag hervorging, denn die SpVgg gewann, während der MFV in Grünsfeld leer ausging, sodass die Neckartäler aufgrund ihrer günstigeren Tordifferenz die Tabellenführung übernahmen. „Insgesamt war es für uns ein gelungener Spieltag, aber die Tabellenführung ist zum jetzigen Zeitpunkt natürlich nur eine Momentaufnahme. Die Saison ist noch jung und die Liga weiterhin sehr eng. Deshalb tun wir gut daran, primär auf uns und unsere eigene Leistung zu fokussieren und weniger auf die Ergebnisse der anderen“, erläutert der Neckarelzer Coach Sebastian Söll, der personell fast wieder aus dem Vollen schöpfen kann. „Wir freuen uns im Derby gegen Mosbach auf ein echtes Spitzenspiel, für das wir eine Top-Leistung brauchen werden, um etwas Zählbares mitzunehmen“, sagt Söll.

„Unsere Niederlage in Grünsfeld kam für viele Außenstehende überraschend, erst recht in dieser Deutlichkeit,“ weiß Mosbachs Trainer Christoph Bender – und ergänzt: „Wir waren von Beginn an leider nicht so griffig wie gewohnt und haben uns zu viele unnötige Fehler erlaubt. Der ebenso unnötige Platzverweis in der 35. Minute hat die Aufgabe dann natürlich nicht einfacher gemacht.“ Ein wesentlicher Grund für die deutliche Niederlage war der dünnen Personaldecke geschuldet. „Letzte Woche mussten wir auf sage und schreibe neun Spieler verzichten. Wir sind mit einer Viererkette aufgelaufen, deren Altersdurchschnitt bei knapp über 19 Jahren lag. Dass bei so einer jungen Truppe Leistungsschwankungen vorkommen können, war uns schon vor der Saison bewusst“, berichtet Bender und betont die nun geltende Maxime: „Die Jungs dürfen jetzt den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen weiter hart an sich arbeiten, denn schließlich hat jeder im Kader den Anspruch, in der Startelf zu stehen.“ Im Lokalderby wollen die Kreisstädter ihr wahres Gesicht zeigen und alles in die Waagschale werfen, um die Punkte zu verbuchen.

Erfolg gegen Sennfeld, und in Osterburken rettete der FSV Waldbrunn, der in Waldkatzenbach den SV Nassig empfängt, mit einem Treffer in der 90. Minute einen Zähler (2:2). „Der Punkt war aufgrund der enttäuschenden zweiten Halbzeit glücklich. Natürlich hatten wir das Ziel, auch in Osterburken zu gewinnen, aber dazu reichte die solide Leistung über 45 Minuten nicht aus. Unsere Leistungen müssen konstanter werden“, konstatiert FSV-Coach Dominik Weber. Mit Nassig erwartet die Weber-Elf eine Mannschaft, „die einen spielerischen Ansatz pflegt, was mir grundsätzlich imponiert“. Wie bereits in den vorherigen Jahren seien die Leistungen der Nassiger oft besser als die Ergebnisse, findet der FSV-Trainer. „Wir bereiten uns auf ein intensives Match vor und haben natürlich in diesem Heimspiel den Anspruch, drei Punkte zu holen, um uns von den unteren Tabellenregionen zu entfernen“, so Weber.

Wie gewonnen, so zerronnen, heißt es beim TSV Mudau, der in Lauda über ein 2:2-Remis nicht hinauskam und von Rang zwei auf Tabellenposition vier zurückrutschte. Zerronnen ist jedoch nur die Platzierung, mit nur einem Punkt Rückstand auf die SpVgg Neckarelz und den FV Mosbach sind die Mudauer nach wie vor vorne gut dabei. Ärgerlich für Spielertrainer Dennis Hutters Team, dass es sich in Lauda durch den in der Nachspielzeit kassierten Ausgleichstreffer die „Sieger-Butter“ vom Brot nehmen ließ. Mit dem TSV Billigheim kreuzt eine Mannschaft im Odenwaldstadion auf, die insgesamt nur zweimal den Kürzeren zog und sich im Mittelfeld tummelt, sodass Trainer Marvin Flads Equipe in „Mudi“ nicht unter Druck steht.

Der VfB Sennfeld brachte eine Serie von vier Auswärtsspielen hinter sich, aus denen Trainer Thomas Geiers Team einen Zähler nach Hause beförderte. Zunächst gilt es, das 1:5 aus der Neckarelz-Partie zu analysieren, die Niederlage abzuhaken und fortan Punkte zu sammeln, um sich aus der Abstiegszone, derzeit Platz 14, zu verabschieden. Nach Wochen der Landesliga-Abstinenz freuen sich die VfB-Fans auf das Heimspiel gegen den Tabellennachbar SV Osterburken, der ebenfalls Zähler benötigt. „In Summe wurden wir für den betriebenen Aufwand nicht belohnt. Nichtsdestotrotz befinden wir uns mit den gezeigten Leistungen auf dem richtigen Weg und müssen es jetzt noch schaffen, dass wir uns mittels einer besseren Chancenverwertung belohnen“, fand SVO-Trainer Dominik Reichert vor der Begegnung mit dem FSV Waldbrunn, dem sie durch ein spätes Gegentor einen Zähler überlassen musste.

Auf dem Papier ging der SV Neckargerach als klarer Favorit ins Heimspiel gegen den TSV Assamstadt. Papier ist geduldig, auf dem Rasen sahen sich die „Gericher“ mit einem Widersacher konfrontiert, der ihnen alles abverlangte. Gleichwohl gelang mit dem von Johannes Amann per Elfmeter erzielten 1:0 der vierte Dreier. Wie der TSV Assamstadt, so hat auch der sonntägliche Gastgeber des SVN, der FSV Tauberhöhe, noch kein Match gewonnen, aber zwei Unentschieden erreicht. Insgesamt nur drei Goals in neun Matches sprechen nicht gerade für eine starke FSV-Offensivabteilung, doch dass auch Mannschaften aus dem tabellarischen Abstiegsbereich sich wehren, haben die Neckartäler am vergangenen Sonntag erlebt.

Stück für Stück marschierte der SV Königshofen nach oben, ist im ersten Tabellendrittel angelangt und liegt mit 19 Punkten nur einen Zähler hinter der SpVgg Neckarelz und dem FV Mosbach. Zuletzt kehrten die Königshöfer mit einem 2:1-Erfolg aus Nassig in die Messestadt zurück. „Wieder hinten stabil gestanden und vorne die Dinger gemacht“, kommentiert SVK-Sportchef Martin Michelbach kurz und bündig die Nassig-Partie. Seine Meinung zum Heimspiel gegen den VfK Diedesheim: „Auch gegen Diedesheim wird eine kompakte Defensive der Schlüssel zum Erfolg sein. Der Gegner hat seine Stärken auf jeden Fall in der Offensive. Darauf müssen wir uns einstellen.“ Aber auch die Defensive der Neckartäler mit dem herausragenden Keeper Denis Deter kann sich sehen lassen. Die Mannschaften aus dem Main-Tauber-Kreis scheinen den Neckartälern zu liegen, denn sie haben noch keine Begegnung gegen eine Formation aus dieser Region verloren. Zuletzt besiegte der VfK den TSV Tauberbischofsheim.

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