Verdichtet sich die Spitze weiter?
Landesliga Odenwald: Nur drei Zähler trennen Platz sechs und den Spitzenreiter – Bei einer Niederlage könnte man ganz schnell aus der Spitzengruppe herausrutschen
RNZ, 18.09.2026 Neckar-Odenwald-Kreis. (huwa) „Die Breite an der Spitze ist dichter geworden“, lautet ein Berti Vogts zugeschriebener Satz. Was damit auf die Landesliga übertragen gemeint ist, erschließt sich aus der Tabelle. Zwischen Platz eins und Rang sechs liegen nur drei Punkte.
Einfach wird es für den VfB Sennfeld nicht, der sich mit einem 0:1 gegen den TSV Mudau von den heimischen Fans zu einer vier Spieltag umfassenden Auswärtstour verabschiedete, die beim Tabellenvierten in Tauberbischofsheim beginnt. Im Amateurbereich stehen selten alle Akteure zur Verfügung, so war es auch beim VfB Sennfeld, bei dem sich die personelle Lage inzwischen verbessert hat. „Wir sind insoweit auf einem guten Weg“, berichtet VfB-Coach Thomas Geiger. „Im Elf-gegen-elf-Spiel haben wir gegen Mudau gut mitgehalten und nach dem Platzverweis in Überzahl mehr Druck aufgebaut, doch hat das nötige Quäntchen Glück gefehlt“, so Geiger, der auf die Frage nach der Wunschpunktzahl aus den kommenden vier Auswärtsspielen schmunzelnd antwortet: „Natürlich zwölf Punkte.“ Realistisch gesehen seien jedoch sechs Zähler drin, findet der Trainer. Trotz der Mudau-Niederlage strahlt er Optimismus aus: „So wie wir gegen Mudau aufgetreten sind, ist in Tauberbischofsheim etwas Zählbares möglich, aber es kommt natürlich immer auf die Tagesform an.“
Mit dem SV Neckargerach, der SpVgg Neckarelz und dem VfK Diedesheim sind drei Landesligisten auf der „Neckartalschiene“ angesiedelt. Die SpVgg Neckarelz hat es also nicht weit zum Lokalderby, das neckarabwärts in Neckargerach ansteht. „Den SV Neckargerach erwarten wir nach dessen sehr erfolgreichem Saisonstart mit viel Rückenwind und Mut, zuhause auch gegen uns weiter seinen Punktelauf fortzusetzen, und der SVN wird sehr motiviert sein“, betont der Neckarelzer Trainer Sebastian Söll.
Zwar mussten die „Gericher“ in Billigheim ihre erste Saisonniederlage schlucken, die sie jedoch sicherlich verdaut haben, zumal sie sich ihrer Qualität bewusst sind. Die Personalsituation war bei den Neckarelzern zuletzt ziemlich angespannt, sie wird sich bis Sonntag aber voraussichtlich etwas verbessern. „Bei dem einen oder anderen Spieler ist ein Einsatz noch unklar. Meine Jungs dürfen und werden das jedoch nicht als Vorwand nehmen, sondern wie am letzten Sonntag alles dafür tun, die Chance zu haben, die drei Punkte mitzunehmen. Um erfolgreich zu sein, müssen wir uns in jeden Fall besser präsentieren als beim letzten Auswärtsspiel in Billigheim“, sagt der SpVgg-Coach. Geschichtliches am Rande: Zuletzt begegneten sich diese beiden Neckartalvereine in der Landesliga am 1. März 2003 (1:0 für SVN) und am 24. Mai 2003 (7:0 für SpVgg).
In den letzten Landesligatreffen des TSV Mudau mit dem SV Osterburken hatten die „Mudemer“ zweimal die Nase vorne (2:0, 5:0). Wie läuft es am Sonntag zwischen TSV und Aufsteiger SVO? „Osterburken ist überzeugend durch die Kreisliga marschiert, sie werden uns alles abverlangen“, erwartet Mudaus Spielertrainer Dennis Hutter. Nach anfangs drei Niederlagen, darunter das knappe 0:1 gegen den FV Mosbach, haben die Römerstädter eine Schippe draufgelegt, die letzten beiden Matches gewonnen und sind auf Rang zehn geklettert.
Jedenfalls kann SVO-Trainer Dominik Reicherts Elf in der Landesliga mithalten. Im Odenwaldstadion hängen die Trauben allerdings hoch, denn Mudau hat die Spur gewechselt und das mit drei Siegen in Folge – jeweils ohne Gegentor – nachgewiesen. „Wir wollen unsere Heimspiele so gestalten, dass unsere Zuschauer zufrieden sind“, sagt Dennis Hutter. Bedauerlich für die beiden TSV-Akteure Till Späth und Yannick Mechler, dass sie aufgrund von Kreuzbandrissen pausieren müssen.
„Für uns gibt es in der Landesliga keine leichten Spiele“, ließ Billigheims Trainer Marvin Flad jüngst wissen. Leicht waren die Matches für die Billigheimer sicher nicht, auch nicht das 2:2-Remis in Lauda und die drei Siege des „Neckartal-Schrecks“, der sowohl der SpVgg Neckarelz als auch dem SV Neckargerach drei Zähler abknöpfte. Doch ohne Fleiß kein Preis. Mit zehn Punkten belegt die Flad-Mannschaft Tabellenplatz sechs. Zur gleichen Zeit der vergangenen Saison, also nach dem fünften Spieltag, darbte der TSV mit nur einem Pünktchen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Übermorgen besuchen die Billigheimer den FC Grünsfeld, bei dem sie nichts zu verlieren haben.
Wenn man auf des Gegners Rasen eine Stunde lang eine Partie dominiert und 3:0 führt, nach dem Abpfiff jedoch mit einem 3:3 nach hause fährt, hat man in den letzten 30 Minuten irgendwas falsch gemacht. So ging es dem FV Mosbach, der am vergangenen Samstag beim VfK Diedesheim 3:0 führte, sich letztlich aber mit einem Punkt begnügen musste.
Die „Freude“ über das Remis hielt sich sehr in Grenzen, denn die Möglichkeit wurde vertan, mit dem Tabellenführer Grünsfeld gleichzuziehen. Dass die noch ungeschlagenen Kreisstädter im Heimspiel gegen den FV Lauda die volle Ernte einfahren wollen, versteht sich von selbst.
Nach dem 0:3 in Mudau konnte der FSV Waldbrunn zu Hause auch gegen den TSV Tauberbischofsheim nicht genügend Widerstandskraft auf den Platz bringen, um eine weitere Niederlage (0:4) zu vermeiden. Zum zweiten Mal gelang es der Elf vom Hohen Odenwald nicht, ein Tor zu erzielen. Die Tordifferenz (4:11) deutet an, wo der Schuh drückt.
Nicht nur – zum Teil – in der Defensive, sondern primär in der Offensive. Was zu befürchten war, wurde zur Realität, der nicht mehr zur Verfügung stehende Goalgetter Haidar Bawa wird schmerzlich vermisst. Der FSV tritt beim SV Königshofen an, der in Neckarelz aufgrund eines in der 89. Minute eingefangenen Gegentores mit 0:1 nach Hause fuhr. „Das muss schnell abgehakt werden. Mit Waldbrunn wartet zum Messe-Auftakt eine komplizierte Angelegenheit, wir hoffen, wieder auf die Erfolgsspur zurückzukehren“, sagt Königshofens Sportchef Martin Michelbach.
Obwohl der VfK Diedesheim in nur zwei der fünf Begegnungen das Nachsehen hatte, weist das VfK-Konto nur drei Punkte auf. Das hängt mit drei Unentschieden zusammen, die den VfK zum „Remis-König“ der Liga krönen. Dass in Trainer Peter Hogens Mannschaft jedoch eine sehr gute Moral und die Entschlossenheit steckt, sich nach einem deutlichen Rückstand nicht aufzugeben, demonstrierte sie beim 3:3 gegen den FV Mosbach. Beim punktlosen Tabellenletzten Assamstadt, dem bisher nur drei Goals gelangen, muss der Knoten platzen und der erste Saisonsieg in die VfK-Statistik geschrieben werden.