Mutiger Auftritt wird am Ende nicht belohnt
Nach sechs Wochen intensiver Vorbereitung war es am vergangenen Samstag endlich so weit: Unsere A-Junioren starteten mit einem Heimspiel gegen den 1. CfR Pforzheim in die neue Saison der Verbandsliga. Zum Auftakt wartete damit direkt eine anspruchsvolle Aufgabe – doch unsere Mannschaft zeigte von Beginn an, dass sie bereit für die neue Saison ist.
Schon die Vorbereitung hatte mir als Trainer viel Zuversicht gegeben. Die Jungs haben über die gesamten sechs Wochen sehr engagiert mitgezogen und auch während der Urlaubszeit Eigeninitiative gezeigt. Freiwillige Läufe wurden absolviert und mir zugeschickt. Für mich war das ein deutliches Zeichen dafür, dass die Mannschaft nicht nur sportlich, sondern auch als Gruppe immer weiter zusammenwächst.
Umso erfreulicher war, wie gut die Mannschaft unsere neue Spielidee bereits im ersten Pflichtspiel umgesetzt hat. Das von uns gewählte System war für viele Spieler zunächst ungewohnt. Trotzdem haben wir versucht, von Anfang an mutig aufzutreten, Fußball zu spielen und unsere eigenen Lösungen zu finden.
Genau das ist der Fußball, den ich mit der Mannschaft entwickeln möchte: Wir wollen mutig sein, wir wollen Fußball spielen und wir dürfen dabei auch Fehler machen. Entscheidend ist für mich, dass wir aus diesen Fehlern lernen und uns kontinuierlich weiterentwickeln. Unser Anspruch ist es, unseren Zuschauern einen attraktiven und mutigen Fußball zu bieten.
In der ersten Halbzeit gelang uns das bereits über weite Strecken sehr gut. Wir erspielten uns gute Möglichkeiten und belohnten uns schließlich verdient mit dem 1:0. Mit dieser Führung ging es in die Halbzeitpause.
Dort war allerdings auch klar, dass Pforzheim nach dem Seitenwechsel mit viel Druck aus der Kabine kommen würde. Wir hatten die Mannschaft darauf eingestellt, insbesondere in den ersten 15 Minuten hellwach zu sein und dem erwarteten Druck standzuhalten. Leider gelang uns das nicht ganz.
Pforzheim kam entsprechend druckvoll aus der Kabine und erzielte nach einem Eckball den Ausgleich. Dabei war auch etwas Pech im Spiel: Der Ball wurde von einem unserer Spieler unglücklich abgefälscht und war für unseren Torhüter nicht mehr zu halten.
Danach entwickelte sich eine offene Partie. Pforzheim versuchte immer wieder, mit langen Bällen zum Erfolg zu kommen. Im Laufe des Spiels ließen auch bei uns die Kräfte etwas nach, sodass wir uns zunehmend dem Spiel des Gegners anpassten. Genau hier liegt für mich einer der Punkte, an denen wir weiterarbeiten müssen. Auch wenn der Gegner Druck ausübt, möchte ich, dass wir unserem Fußball treu bleiben, mutig hinten herausspielen und unsere spielerischen Lösungen suchen.
Trotz der nachlassenden Kräfte hatten wir die große Möglichkeit, das Spiel erneut auf unsere Seite zu ziehen. Unser Kapitän Julian Stolzner setzte sich im Strafraum stark durch und schloss durch die Beine des Torhüters ab. Doch der Torhüter bekam noch irgendwie die Hand an den Ball, sodass ein dahinter stehender Spieler den Ball anschließend auf der Linie klären konnte.
Und dann zeigte sich einmal mehr, wie eng Freud und Leid im Fußball beieinanderliegen: Nur wenige Minuten später erzielte Pforzheim das 1:2 – bitter für uns, da der Treffer erst in der 90. Minute fiel.
Was mir anschließend besonders gefallen hat, war die Reaktion unserer Mannschaft. Trotz des späten Rückschlags gaben die Jungs nicht auf. In den vier Minuten Nachspielzeit erspielten wir uns noch zwei große Möglichkeiten und warfen alles nach vorne, um zumindest noch den verdienten Ausgleich zu erzielen.
Am Ende stehen wir nach einem engagierten Auftritt leider ohne Punkte da. Dennoch überwiegt für mich das Positive. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie unsere neue Spielidee bereits sehr gut annimmt und auch gegen einen starken Gegner mutig auftreten kann.
Natürlich haben wir noch einiges zu lernen und zu verbessern. Aber genau dafür sind wir da. Wenn wir diesen Einsatz, diesen Zusammenhalt und vor allem unseren Mut beibehalten, bin ich überzeugt, dass wir in dieser Saison noch viele gute Spiele erleben werden.
Das Ergebnis war bitter – die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, macht mich dagegen sehr zuversichtlich.
Sertac Dogan (Trainer A-Junioren)