Der Ball rollt wieder
Landesliga Odenwald: Die Landesliga Odenwald meldet sich mit vier Nachholspielen zurück aus der Winterpause
RNZ, 27.02.2026 (huwa) Weil Ende November vier der acht Landesligabegegnungen witterungsbedingt nicht ausgetragen werden konnten, wurden sie ins neue Jahr mitgenommen und stehen am kommenden Sonntag auf dem Programm. Der TSV Tauberbischofsheim empfängt den SV Nassig, der FSV Tauberhöhe den SV Neunkirchen, der TSV Billigheim gastiert beim FV Lauda und der FV Mosbach beim FSV Waldbrunn. Grund genug, vorab einen Blick auf die Vereine aus der Region zu werfen.
SV Neunkirchen: „Die Vorbereitung verlief bisher eher schwierig, da auf Grund der Wetterverhältnisse nur wenige Einheiten auf dem Platz stattfinden konnten. Wir haben aber das Beste draus gemacht, und wenigstens konnten wir alle Testspiele durchführen“, berichtet Neunkirchens Spielausschussvorsitzender Christian Wirth. „Die personelle Lage hat sich zum Glück gebessert, so dass wir optimistisch auf die Rückrunde blicken. Wohlwissend, dass der Nichtabstieg ein hartes Stück Arbeit wird“, so Wirth, dessen „Neikercher“ Mannschaft mit sieben Zählern den vorletzten Tabellenplatz belegt und beim FSV Tauberhöhe unbedingt punkten muss. Neu im Kader sind Marco Horning (zuvor vereinslos), Zeeshan Ahmed (SG Lobbach), Cazim Kolic (SV Treschklingen) sowie Kerim Zeybek (TS Mosbach). Nicht mehr dabei sind Erik Heller (SV Hilsbach), Karim Afsa, Kamil Brahm (beide mit unbekanntem Ziel), Lukas Hönig (SV Bargen), Cem Yildirim, Denis Demiri (beide SG Untergimpern).
TSV Billigheim: Am 30. Januar nahm der Aufsteiger das Vorbereitungstraining auf, das witterungsbedingt nur eingeschränkt möglich war. Weil in Billigheim weder ein Kunstrasenplatz zur Verfügung steht und Schwierigkeiten mit den Hallenkapazitäten gegeben sind, war Improvisation gefragt. „Insgesamt hat das Trainerteam die Bedingungen jedoch gut genutzt und eine strukturierte Wintervorbereitung ermöglicht, wobei der Fokus auf fußballspezifischer Fitness, Ausdauer und auf intensiven Einheiten am Ball lag“, erläutert TSV-Sportvorstand Melwin Derfuss. Abgänge sind keine zu verzeichnen, neu kam der Ende April spielberechtigte Sven Berberich (SpVgg Neckarelz).
„Als Aufsteiger mussten wir zunächst Lehrgeld zahlen. Mit zunehmender Dauer hat sich das Team jedoch stabilisiert und ist defensiv deutlich kompakter geworden. Der Nichtabstiegsplatz ist das Resultat kontinuierlicher Entwicklung. Zudem haben wir bewiesen, dass wir auch große Gegner ärgern oder schlagen können. Siege wie beispielsweise gegen den FV Mosbach oder den TSV Mudau haben gezeigt, dass wir auf diesem Niveau konkurrenzfähig sind“, lautet das Zwischenfazit des Sportvorstands. Ergo kann sich der seit Anfang Oktober Tabellenrang zwölf behauptende Liganeuling übermorgen guten Mutes auf den Weg nach Lauda machen. „Wir fahren mit Respekt, aber auch mit gewachsenem Selbstvertrauen ins Taubertal. Die Mannschaft ist gefestigter und kennt das Tempo der Liga. Wenn wir diszipliniert auftreten, ist dort durchaus etwas möglich“, sagt Melwin Derfuss.
FV Mosbach: Der MFV ist am 20. Januar ins Training eingestiegen – auf dem Kunstrasen der SpVgg Neckarelz. „Die Bedingungen waren aufgrund der vielen Schneefälle und eisigen Temperaturen selbst auf dem Kunstrasen nicht gut. Allerdings können wir uns glücklich schätzen, dass wir überhaupt das ein oder andere Mal auf den Platz konnten. Insgesamt haben wir aber sicherlich bessere Trainingsbedingungen gehabt als Mannschaften, die nur einen Rasenplatz zur Verfügung hatten“, konstatiert Trainer Dominic Krümpelbeck. Derweil sich Leon Knörzer (SG Heidelberg-Kirchheim) und Anton Werner (SG Waldmühlbach-Katzental) aus der Kreisstadt verabschiedeten, wechselte FV-Eigengewächs Paul Gutfleisch (MFV II) in den Landesligakader.
Oben mitspielen, lautete die Mosbach Zielvorstellung vor dem Saisonbeginn. Ist dieses Ziel noch erreichbar? „Aktuell sind wir weit davon entfernt, dass wir Ansprüche auf Platz eins oder zwei stellen dürfen. Dies hat neben einigen eigenen Themen insbesondere mit der Stabilität und den Leistungen der Konkurrenz zu tun. Fakt ist aber auch: wenn wir alle Spieler an Bord haben, sind wir eine Topmannschaft und können jede Mannschaft schlagen“, findet der MFV-Coach, der den zum Saisonbeginn gegen den FSV Waldbrunn erreichten 7:1-Sieg keinesfalls als Gradmesser erachtet. „Zum einen wird Waldbrunn ganz anders auftreten als im damaligen Spiel, zum anderen haben wir uns in Waldbrunn immer schwergetan. So wie auch eine Woche vor dem 7:1 im sehr, sehr engen Pokalspiel. Ich erwarte einen harten Fight zweier Mannschaften, die sich nichts schenken werden“, so Krümpelbeck.
FSV Waldbrunn: Wie könnte es anders sein, der Witterung geschuldet lief auch im Hohen Odenwald die Vorbereitung nicht ganz optimal. „Trotz allem konnten wir gut arbeiten und wir sind optimistisch, fit in die Rückrunde zu starten. Nach der Rückkehr einiger Langzeitverletzter wollen wir in der Rückrunde schnell wieder die Form der letzten Vorrundenspiele aufnehmen“, sagt Spielertrainer Dominik Weber. Nicht neu, jedoch wieder dabei ist der nach seinem Masterstudium in den USA in heimische Gefilde zurückgekehrte Hendrik Brauch, der in der Runde 2023/24 für den FSV 16 Tore erzielte. Yannik Frank steht nicht mehr zur Verfügung, er schloss sich dem SV Sattelbach an.
Die Waldbrunner logieren auf Tabellenplatz sieben, die Mosbacher auf Rang fünf. Stehen sich die sonntäglichen Kontrahenten auf Augenhöhe gegenüber? „Ob es ein Spiel auf Augenhöhe wird, liegt in hohem Maße am MFV. Der Kader ist in meinen Augen der individuell stärkste in der Liga. Sofern die Mannschaft ihr Leistungsvermögen abruft, ist es für jeden Gegner anspruchsvoll, gegen Mosbach Punkte zu holen“, weiß der FSV-Spielertrainer. „Es ist natürlich unser Ziel, mit einer guten Leistung und drei Punkten in die Rückrunde zu starten. Dazu müssen wir uns aber individuell und kollektiv im Vergleich zum Vorspiel deutlich verbessern. Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie die Rahmenbedingungen annimmt und grundlegende Tugenden, die gegen einen solchen Gegner vonnöten sind, auf hohem Niveau abruft“, betont Dominik Weber.