Bleiben die Kreisligisten ihrer Linie treu?
Kreisliga Mosbach: In den letzten zwei Wochen verwöhnten die Mannschaften ihre Fans mit zahlreichen Toren – Gibt’s den nächsten Torrekord?
RNZ, 11.09.2026 Mosbach. (kö) Die „Baller-Leaque“ – eine Variation des Hallenfußballs mit Torgarantie – wurde in Deutschland ja wieder eingestellt. Bis in den Odenwald scheint diese Entscheidung aber nicht vorgedrungen zu sein, denn die Kreisliga entwickelt sich aktuell zu einer „Baller-Leaque vor Ort“. Nach dem Torrekord von 41 Treffern gab es letzte Woche 39 Tore zu bestaunen. Da bleibt nur ein „Chapeau, liebe Kreisliga-Stürmer“.
Den größten Beitrag zum Torfestival leistete die SV Schefflenz, die dem FC Mosbach gleich sieben Dinger einschenkte. Man brauchte zwar etwas, doch als die SVS-Offensivmaschinerie erst mal anlief, war der Gast auf verlorenem Posten. Dreimal Giovanni Sicignano, zweimal Luca Egolf, dazu Jan Schüssele und der eingewechselte Luca Frankenberger sorgten für den Kantersieg.
Es läuft bei der SVS, und deshalb will man jetzt auch bei der samstäglichen Heimpartie gegen den Neuling Haßmersheim keine böse Überraschung erleben. Allerdings kommen die Sportfreunde mit Wut im Bauch, denn die Heimniederlage gegen Fahrenbach ordnete man in die Rubrik „unnötig“ ein. Zumindest ein Punkt hätte her müssen. Den gilt es jetzt halt in Schefflenz, wo man Außenseiter ist, einzufahren.
Der in Schefflenz so gebeutelte FC Mosbach steht als Tabellenletzter vor der theoretisch denkbar schwersten Aufgabe. Man empfängt nämlich den Tabellenführer FV Elztal, der schon 16 Tore erzielt hat, während beim FC Mosbach erst zweimal gejubelt wurde. Und jetzt ist auch noch Torjäger Bubacarr Barry nach seiner späten roten Karte gesperrt. Mal sehen, wie da die Thal- Brüder Lukas und Tobias ihr Team einstellen werden.
Zuletzt spielten beide aktiv mit, allerdings nicht zusammen. Als Tobias auf den Platz kam, war Lukas schon ausgewechselt.Vermeintlich lösbare Aufgaben für das Führungsduo also, während es für die Verfolger wohl schwieriger wird.
So für den SC Oberschefflenz, der den FC Lohrbach zum sportlichen Tanz bittet. Mal sehen, wer da die Führung auf dem Platz übernimmt, oder wer dem Partner auf die Füße tritt. Die Generalproben liefen ja glänzend. Der SC Oberschefflenz gewann bei Türkspor II und Lohrbach verzückte die eigenen Fans mit einem halben Dutzend Tore gegen Weisbach.
Wer sich dieses Topspiel anschauen will sollte auf jeden Fall pünktlich sein, denn letzte Woche stellten beide ganz früh die Weichen auf Sieg. Oberschefflenz führte nach 30 Minuten durch Tunc, Gügercin und Bakacak mit drei Toren, während Lohrbach zu diesem Zeitpunkt schon mit 5:0 vorne lag. Zweimal Daniel Schwind, zweimal Lars Reichert und Elias Humburger sorgten für ein Erlebnis, das selbst eingefleischte Fortuna-Fans noch nie – oder schon lange nicht mehr – hatten. Lohrbach ist gut dabei und will das auch in Oberschefflenz bleiben.
Vorne dabei, aber doch nicht zufrieden, ist man wohl beim SV Neunkirchen. Deshalb hat man sich kürzlich von Yves Schäufele als Trainer getrennt. Auch wenn man in der extra gefertigten Pressemeldung auf die in solchen Fällen üblichen Floskeln mit der gegenseitigen Zufriedenheit zurück gegriffen hat, war dem wohl nicht so ganz.
Jetzt hat Oliver Mahrt – bisher Co-Trainer – übernommen. Mitgebracht hatte er gleich Matchglück, denn der Siegtreffer gegen Sattelbach fiel in der Nachspielzeit nach einer umstrittenen Ecke. Jubel beim SVN, Frust beim SV Sattelbach, hieß es danach. Die Alemannen haderten mit dem Schiedsrichter,der ihrer Meinung nach zu oft gegen die Gastgeber entschied. Doch alles lamentieren hilft nichts, die Heimpunkte sind weg und müssen jetzt beim Gastspiel in Sulzbach geholt werden.
Mal sehen ob da wieder ein gelernter Keeper im SVS-Tor steht. Zuletzt musste Nikolai Mundi die Handschuhe überstreifen, den man ja eher als Mittelfeldspieler kennt. Wichtig ist die Partie allemal, denn es gilt jetzt schon, die Sulzbacher auf Distanz zu halten. Die allerdings bewiesen letzte Woche gegen den FV Mosbach II, der diesmal spielfrei ist, gute Moral. Man trat selbstbewusst auf, besann sich auf seine Stärken und führte zur Pause durch Tore von Tim Münch (2) und Thomas Ebel schon 3:1. Am Ende aber reichte es nur für einen Punkt auf dem Konto, das man jetzt unbedingt erhöhen sollte.
In der Nachbarschaft sportlich verprügelt werden ist nicht schön. So gesehen treffen bei der Partie Weisbach gegen Limbach zwei Leidensgenossen aufeinander. Während Limbach daheim gegen Elztal fünf Dinger kassierte, fing sich Weisbach in Lohrbach sechs Gegentore ein. Fünf davon in einer halben Stunde. Wiedergutmachung ist da beidseitig angesagt und brauchen können beide den Dreier allemal.
Bleibt die Partie der punktgleichen Teams aus Fahrenbach und Auerbach. Während Auerbach sich nach der vorherigen Acht-Tore-Gala mit sechs verschiedenen Torschützen gegen Sulzbach erholen durfte, erkämpfte Fahrenbach einen Dreier in Haßmersheim. Doppel-Scorer Kai Holzinger heißt beim VfR der Mann der Stunde, und weil auch Robin Kreis wieder richtig Spaß am Toreschießen hat, plant man im VfR-Lager durchaus was Zählbares gegen die noch ungeschlagene SGA ein.