Vermeintliche Pflichtaufgabe für Neckarelz
Landesliga Odenwald: Die SpVgg gastiert beim immer noch punktlosen Schlusslicht in Assamstadt – Mudau hat den Ligaprimus zu Gast
RNZ, 30.10.2026 Neckar-Odenwald-Kreis. (huwa) Zehn, neun, acht, sieben, sechs. Diese Zahlenreihe klingt nach Countdown, beschreibt jedoch die Trefferreihenfolge der führenden Goalgetter der Liga. Lucas Baur (SpVgg Neckarelz, zehn), Ali Karsli (SV Königshofen, neun), Alex Albert (FC Grünsfeld, acht), Luca Hofmann (VfB Sennfeld, sieben), Henrik Hogen (VfK Diedesheim, sechs). Diese Reihenfolge wird nach dem kommenden Spieltag wahrscheinlich anders lauten.
Dass der Dreierpack wichtig war, den der VfB Sennfeld aus Nassig nach Hause transportierte, ergibt sich aus der Tabelle. Der Abstand des VfB zum „roten Bereich“ ist auf vier Zähler angewachsen. Der zweite Sieg in Folge hat das Selbstbewusstsein der Sennfelder sicherlich aufpoliert. „Das positive Gefühl sowie das Selbstbewusstsein steigt natürlich mit zwei Siegen“, bestätigt Trainer Thomas Geiger. „Schon der Sieg zu Hause gegen Osterburken hat gezeigt, dass wir das Fußballspielen nicht verlernt haben. Gewisse Mechanismen gehen dann wieder leichter von der Hand“, so der Coach. Im Heimspiel gegen den VfK Diedesheim soll diese Fahrspur beibehalten werden. „Gegen Diedesheim wird es auch wieder schwer, da der VfK kein schlechtes Team hat. Drei Punkte, die wir zu Hause behalten wollen, wären natürlich Gold wert“, betont Thomas Geiger, dessen Diedesheimer Pendant Peter Hogen zuletzt nicht zufrieden sein konnte, denn nach zwei Erfolgen bezogen die Neckartäler gegen den FSV Waldbrunn eine 0:4-Heimniederlage.
Remis in Lauda, danach Heimniederlage gegen Billigheim. Waren die „Mudemer“ vor der Partie in Neckargerach deshalb verunsichert? So lautete vor der Fahrt an den Neckar die Frage an den TSV-Spielertrainer Dennis Hutter. Dessen spontane Antwort: „Nein, wir machen uns nach den genannten beiden Spielen nicht kleiner als wir sind. Die Kritikpunkte wurden intern angesprochen.“ Dass das keine leere Satzhülse war, bewiesen die Mudauer am Neckar in Form eines 6:0-Sieges. Zwar hat der TSV einen großen Kader zur Verfügung, der aufgrund von vier mit Kreuzbandrissen ausgefallenen Akteuren jedoch geschrumpft ist, aber gleichwohl die Qualität besitzt, vorne mitzumischen. Am Sonntag kommt Tabellenführer FC Grünsfeld ins Odenwaldstadion. In der vergangenen Runde hatte das Hutter-Team gegen die Elf aus dem Grünbachtal zweimal das bessere Ende für sich (4:1, 2:1), daran möchte der TSV anknüpfen.
Fürs abgedroschene Wortspiel fünf Euro ins Phrasenschwein: Der TSV Billigheim hat sich bisher teuer verkauft. Anders ausgedrückt: Trainer Marvin Flads Mannschaft verlor bislang nur zwei Partien, zuletzt knöpfte sie, diesmal von Co-Trainer Sebastian Eiffler gecoacht, dem TSV Tauberbischofsheim einen Zähler ab (1:1). Und diesen Punkt hielt Keeper Luca Göhl fest, indem er in der 84. Minute einen Strafstoß der Taubertäler parierte. Am Sonntag fahren die Billigheimer zum SV Könighofen, der sich mittels eines 2:1-Erfolgs in Lauda auf den vierten Tabellenplatz vorschob. „Letztendlich wäre jeder mit einer Punkteteilung zufrieden gewesen, doch nehmen wir den Last-Minute-Sieg aus Lauda gerne mit“, kommentiert der Königshöfer Sportchef Martin Michelbach, der weiß, was auf die Messestädter zukommt. „Ein Blick auf die bisherigen Ergebnisse der Billigheimer gegen die ,Großen’ der Liga zeigt, dass eine echte Herausforderung auf uns wartet“, so Michelbach.
Am vergangenen Sonntag musste der FV Mosbach wetterbedingt eine Freischicht einlegen. Mit Blick auf die Personalsituation ein willkommener Vorteil, oder ein den Rhythmus schädigender Nachteil? „Grundsätzlich war der Spielausfall für uns eher vorteilhaft, auch wenn die spielfreie Woche den Rhythmus etwas stört. Personell sieht es diese Woche deutlich besser aus. Bis auf zwei Verletzte und einen Urlauber sollten wieder alle Männer an Bord sein“, schildert FV-Trainer Christoph Bender die aktuelle Lage. Besonders erfreulich sei, dass Julian Stoitzner nach fast einjähriger Verletzungspause wieder am Mannschaftstraining teilnehmen könne. Bender zur Auswärtspartie beim FSV Tauberhöhe: „Ein Sieg ist natürlich unser Ziel.“
Selbstverständlich peilt auch die SpVgg Neckarelz auf dem Rasen des TSV Assamstadt einen dreifachen Punktgewinn an, denn für den Tabellenzweiten besteht die Möglichkeit, eventuell vom Ausgang des Spitzenspiels zwischen Mudau und Grünsfeld zu profitieren. Die noch immer punktlosen Assamstädter werden sich wohl kaum als Stolperstein für die Neckartäler entpuppen. Das war jedoch in der Saison 2024/25 der Fall, als die SpVgg in Assamstadt über ein 1:1 nicht hinauskam. Der Neckarelzer Goalgetter Lucas Baur wird sich an die Partie erinnern, denn er erzielte damals den Treffer, der am Ende allerdings für einen Dreier nicht reichte. „Unsere Gäste gehen als klare Favoriten ins Spiel. Wir wollen es ihnen aber so schwer wie möglich machen und an unsere Leistung gegen Grünsfeld anknüpfen“, lassen die Assamstädter verlauten.
Für den FSV Waldbrunn war’s ein goldener Oktober, denn die Elf vom Hohen Odenwald verlor keine Partie und erntete aus den vier Matches acht Punkte, sodass Trainer Dominik Webers Elf auf Rang acht vorrückte. „Es ist auch in dieser Saison unser Anspruch, mit den ersten sechs Mannschaften auf Augenhöhe zu sein“, sagte FSV-Vereinschef Markus Guckenhan Anfang Oktober. Angesichts des Auftretens beim 4:0-Sieg in Diedesheim stimmt die Richtung. Und diese Richtung muss beim FV Lauda bestätigt werden, der bisher nur eine Partie gewonnen hat und mit sieben Zählern den Relegationsplatz belegt.
Mit der Erkenntnis, beim 0:6 gegen den TSV Mudau Lehrgeld bezahlt zu haben, kann der SV Neckargerach seine vierten Saisonniederlage abhaken. Aufstehen, Mund abputzen und weitermachen, so lautet die Maxime bei den Neckartälern, die beim TSV Tauberbischofsheim antreten. Letztmals standen sich SVN und TSV im Taubertal beim Pokalspiel im Juli 2021 gegenüber, das die „Gericher“ mit 3:2 gewannen. Seitdem ist allerdings viel Wasser die Tauber und den Neckar runtergeflossen. Wie man dem TSV Tauberbischofsheim beikommen kann, hat jüngst der VfK Diedesheim bei 1:0-Erfolg des VfK gezeigt.
Am 21. September war der SV Osterburken trotz der Niederlage in Mudau noch auf dem zehnten Rang angesiedelt. Weil die Römerstädter nachfolgend jedoch nur einen Zähler holten, rutschten sie in den Abstiegsbereich. Zwar waren sie des Öfteren drauf und dran, etwas Zählbares mitzunehmen, doch es wollte partout nicht gelingen. Zum Beispiel in Königshofen, als die Messestädter erst in der Nachspielzeit ihren Siegtreffer setzten. Oder beim knappen 0:1 im Heimspiel gegen Tauberbischofsheim. Trainer Dominik Reicherts Team empfängt den SV Nassig. Ein gutes Vorzeichen, dass der SVO im Juli-Pokalspiel die Nassiger 2:1 besiegte?