Eine vermeintlich einfache Aufgabe
Kreisliga Mosbach: Spitzenreiter Schefflenz empfängt Schlusslicht Weisbach – Auerbach und Oberschefflenz wollen den Druck hochhalten
RNZ, 06.11.2026 Mosbach. (kö) So ist halt der Fußball: Da gibt man in der Ligavorschau mal ganz kess so etwas wie eine Torgarantie für das Topspiel des Wochenendes, weil die zwei torhungrigsten Mannschaften aufeinander treffen, und was machen die Herren Kicker? Sie spielen schiedlich friedlich 0:0. Mit diesem Ergebnis setzten der FV Elztal und die SV Schefflenz quasi auch den Trend fürs Wochenende. Letztlich blieben gleich sieben Mannschaften (das ist die Hälfte der aktiven Teams) torlos. Völlig untypisch für die „Baller-Kreisliga“. Mal sehen wie es diesmal wird.
Da werden am Samstag die Sportplätze in Sattelbach und Fahrenbach zu Trendsettern. In Sattelbach erwartet man Türkspor Mosbach II, und in Fahrenbach will der zuletzt spielfreie SC Oberschefflenz versuchen, den Druck auf den Tabellenführer SVS hoch zu halten.
„Schon wieder Stadtduell“ heißt es beim SV Sattelbach. Man freut sich auf das Gastspiel von Türkspor Mosbach, wenngleich es kaum ein Team gibt, das man schwerer einschätzen kann. Da verliert der TSM mit 11:0 in Auerbach, um eine Woche danach den FV Mosbach II mit 3:1 auf eine kurze Heimreise zu schicken. Eine echte Wundertüte also, man darf gespannt sein. Natürlich weiß jeder im Sattelbacher Lager, wie wichtig ein Heimdreier ist. Zuletzt blieben die Fans etwas enttäuscht vom torlosen Remis gegen den FC Mosbach zurück. Manch einer vermisste den letzten Biss bei einigen Akteuren. Zu früh waren einige mit dem Punkt zufrieden Um unten raus zu kommen braucht es aber halt Dreier.
Einen solchen holte der VfR Fahrenbach letzte Woche in Weisbach. „War ganz wichtig“, wie die VfR-Fangemeinde konstatierte, denn man hat sich jetzt wieder in der oberen Tabellenhälfte eingenistet. Positiv auch, dass sich mit Lukas Minich und Trainer Alex Kreß zwei Männer gefunden haben, die den etatmäßigen Torschützen wie Ebel, Holzinger, Kreis zur Seite stehen können. Die Stimmung beim VfR ist nach zwei Siegen prächtig und deshalb will man jetzt gegen den SCO zeigen, dass man mit den Großen der Liga mithalten kann. Defensiv kompakt stehen, den quirligen SCO-Angreifern wenig Raum geben und selbst die ganze Breite des großen VfR-Platzes nutzen, so könnte es am Samstag ab 14.30 Uhr durchaus gehen.
Um 14.30 Uhr gehen ab sofort übrigens wieder alle Partien los. So auch in Schefflenz, wo am Sonntag der Tabellenführer SVS vor der vermeintlich leichtesten Aufgabe steht, die es geben kann. Der noch ungeschlagene Ligaprimus empfängt den Tabellenletzten aus Weisbach. 40 Treffer gegenüber 7, 10 Gegentore gegen 39. Braucht es weiterer Worte? Der SCW taumelt aktuell durch die Liga. Acht Partien ohne eigenen Sieg zehren schon an den Nerven der Helm-Elf. Dennoch ist aufgeben keine Option, und deshalb wirft man auch unterwegs nach Schefflenz die Flinte nicht schon vorher ins Korn. Und außerdem – wer weiß? Auch in Schefflenz gibt es ja eine Apotheke, vor der man auch schon die oft zitierten Pferde kotzen sah. „Unterschätzen verboten“ heißt es für die Egolf-Truppe bei der Jogi Löw sicher „högschde Konzentration“ einfordern würde.
Ob man beim Verfolger Auerbach tatsächlich auf einen Ausrutscher der SVS hofft? Wohl nicht. Es geht für die SGA darum, weiter selbst die Spiele zu gewinnen und den Druck hochzuhalten. Aktuell hat man fünf Punkte weniger als die Schefflenzer, und dieser Abstand sollte sich zuerst einmal nicht vergrößern. Jetzt stehen die Auerbacher vor einer Aufgabe der Kategorie „undankbar“. Es kommt der FC Limbach, der aktuell gut drauf ist. In den letzten vier Partien gab es drei Siege.
In Haßmersheim traf neben Kim Berger der momentan in Topform agierende Gordan Jovanovic gleich doppelt. Dass er einen Elfer verballerte spielte keine Rolle. Sein Pendant auf Auerbacher Seite ist Nico Pfeifer. Auch der ließ die Chance vom Punkt liegen. Kann vorkommen, und beide haben die Klasse trotzdem erneut anzutreten, wenn der Schiri am Sonntag die berühmten elf Schritte von der Torlinie weg machen sollte.
Neben dem spielfreien SV Neunkirchen komplettiert der FV Elztal die „Top-Five“ der Liga. Die Elztäler verpassten durch das torlose Remis im direkten Duell, weiter zum Tabellenführer aufzuschließen. Da war sicherlich auch Enttäuschung zu spüren. Doch die heißt es jetzt ablegen, denn in Haßmersheim wartet eine schwere Aufgabe. Die Sportfreunde wollen die Heimpleite gegen Limbach wieder gutmachen. Auffällig da die Anfangsphase, die völlig verpennt wurde. Als man aufwachte, war es quasi schon zu spät. Da muss Coach Manuel Heck seine Mitspieler diesmal ganz anders aufs Grün schicken, zumal der FV Elztal ein Team ist, das weiß wie Offensive geht und das sich bietende Räume auch nutzen kann.
Aktueller Remiskönig ist der FC Mosbach. Fünfmal schon teilte man die Punkte. Besser als nichts, in der Tabelle aber wirkt es sich nicht so gravierend aus. Der FCM ist Zehnter und der Abstand nach unten ist überschaubar. Klar, dass da jetzt daheim ein Dreier her sollte, zumal mit dem TSV Sulzbach ein Team kommt, dass sportlich wenig Angst und Schrecken verbreitet.
Personell erlebt der TSV derzeit schier Unglaubliches. So saß gegen Neunkirchen mit Tim Gätschenberger nur ein Akteur auf der Ersatzbank. Es droht dem TSV die zehnte Saisonniederlage. Dennoch haben die Sulzbacher einen Zähler mehr auf dem Konto als der FV Mosbach II. Gut, die Haupert-Elf hat ein Spiel weniger in der Wertung, doch die Darbietungen lassen aktuell die Fans eher kalt.
Und das liegt nicht nur am November-Wetter. Zwei Derbys wurden in den Sand gesetzt und deshalb sollte jetzt gegen Lohrbach nicht ein Drittes folgen. Die Fortuna hat aber als Fünfter der Auswärtstabelle schon bewiesen, dass man „auswärts“ kann.