Unten hofft man auf einen Überraschungscoup
Landesliga Odenwald: Die letzten drei Mannschaften der Tabelle sind zu Gast bei den ersten drei Teams im Tableau – Geht der Billigheimer Höhenflug weiter?
RNZ, 23.10.2026 Neckar-Odenwald-Kreis. (huwa) Am vergangenen Wochenende knauserten die Landesligisten mit Toren, denn der Ball wurde insgesamt nur 18-mal ins Gehäuse bugsiert, wobei jedoch nur zwei der 16 Teams ohne Treffer vom Rasen gingen. Das Wechselspiel an der Tabellenspitze wurde fortgesetzt, nun hat der FC Grünsfeld die Führung wieder übernommen.
Mit zwei Siegen in Folge und nun 15 Punkten etablierte sich der VfK Diedesheim im Tabellenmittelfeld, was dafür spricht, dass die Neckartäler die gewünschte Richtung eingeschlagen haben. „Mit den beiden letzten Spielen waren wir tatsächlich zufrieden. Da haben Einsatz und Wille gestimmt, obwohl wir uns natürlich spielerisch noch steigern können“, sagt Trainer Peter Hogen, dessen Sohn Hendrik zuletzt krankeits- und verletzungsbedingt nicht mitwirken konnte. Bereits morgen um 17 Uhr empfängt der VfK den FSV Waldbrunn. „Gegen Waldbrunn wollen wir so wie zuletzt weiter machen, es wird ein schwieriges Spiel, aber wir werden alles versuchen, um erfolgreich zu sein“, so Peter Hogen. Der September war für die Waldbrunner ein durchwachsender Monat, im Oktober musste Trainer Dominik Webers Team jedoch noch keine Niederlage einstecken. Und diese niederlagenfreie Phase möchte der FSV selbstverständlich verlängern.
Weil der bei der SpVgg Neckarelz gastierende SV Osterburken in den letzten drei Matches jeweils in den letzten Minuten Gegentreffer zuließ, die Punkte kosteten, drängt sich die Frage auf, ob in den Schlussminuten die Kondition und/oder die Konzentration fehlte. „Grundsätzlich haben wir bis dato definitiv zu viele Punkte liegen gelassen, die wir mit mehr Konsequenz und Abgeklärtheit und auch mit etwas mehr Spielglück hätten mitnehmen können“, findet SVO-Coach Dominik Reichert, für den sich die Thematik (Kondition/Konzentration) deutlich anders und weitaus komplexer darstellt. „Das Thema Fitness sehe ich bei unserer jungen Truppe aktuell als kein Problem an. Gerade in engen Spielen fehlt uns teilweise noch die Erfahrung, Situationen richtig zu einzuschätzen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, Ruhe ins Spiel zu bringen bzw. Aktionen konsequent zu Ende zu spielen. Dies ist ein aktiver Lernprozess, der auf diesem Niveau dazugehört und welchen wir weiter proaktiv vorantreiben müssen“, erläutert Reichert. Dazu gesellten sich aufgrund von Verletzungen, Erkrankungen und Sperren beim SVO Personalprobleme, es fehlten immer wieder wichtige Spieler, am vergangenen Wochenende waren das acht Akteure, sodass der Altersdurchschnitt des Teams bei 22 Jahren lag. „Für das Spiel in Neckarelz wird es darauf ankommen, die Erkenntnisse umzusetzen, geschlossen aufzutreten und über die gesamte Spielzeit konzentriert zu bleiben. Glücklicherweise kommen einige kranke sowie gesperrte Spieler zurück und stehen wieder zur Verfügung“, konstatiert Dominik Reichert. Beim Neckarelzer Trainer Sebastian Söll war am vergangenen Sonntag personell „Full House“ Haus angesagt, sodass sich die Römerstädter im Elzstadion auf eine komplette Spitzenmannschaft einstellen müssen, darunter auch Lucas Baur, der mit neun Treffern führende Goalgetter der Liga.
Als erfolgreichster der drei Aufsteiger hat sich der SV Neckargerach mit 15 Punkten im Tabellenmittelfeld eingependelt. Nach zwei vermeintlich leichteren Widersachern (TSV Assamstadt, FSV Tauberhöhe), gegen die der SVN vier Punkte verbuchte, kommt mit dem TSV Mudau ein größeres Kaliber an den Neckar. Oder schwächeln die Mudauer derzeit? Nach sechs Siegen in Folge ohne Gegentor folgte in Lauda ein Remis und danach zu Hause gegen Billigheim eine 1:2-Niederlage. „In Lauda boten wir fußballerisch ein gutes Spiel mit zahlreichen Torchancen, die jedoch nicht verwertet wurde. Im Spiel gegen Billigheim hatten wir keine richtige Tormöglichkeiten und waren in der Defensivarbeit nachlässig“, berichtet TSV-Spielertrainer Dennis Hutter. Fahren die „Mudemer“ verunsichert ins Neckartal? „Nein, wir machen uns nach den genannten beiden Spielen nicht kleiner als wir sind. Die Kritikpunkte wurden intern angesprochen“, so Hutter.
Wenn eine Mannschaft dreimal in Folge gewonnen hat, ist es eigentlich überflüssig, den Trainer nach seinem Zufriedenheitsstatus zu fragen. Gemeint ist der TSV Billigheim, dessen Coach Marvin Flad betont: „Ich bin nicht nur zufrieden, sondern sehr zufrieden, denn die Leistung der Mannschaft ist außergewöhnlich und die Gesamtentwicklung geht völlig in die richtige Richtung.“ Wird das Saisonziel (direkter Klassenerhalt) aufgrund der Gegebenheiten modifiziert? „Das Saisonziel wird erst angepasst, wenn wir über 35 Punkte haben, genau so viel hätte man letztes Jahr für den direkten Klassenerhalt gebraucht“, erklärt Flad und schiebt nach: „Auch ins Heimspiel gegen Tauberbischofsheim gehen wir wieder mit großem Selbstbewusstsein, da wir wissen, dass wir an einem guten Tag jeden in der Landesliga schlagen können.“
Wieder mal greift das Sprichwort: „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.“ Während sich der FV Mosbach im Lokalderby mit der SpVgg Neckarelz die Punkte teilte (klar, eine wirkliche Teilung wären jeweils 1,5 Punkte), entführte der FC Grünsfeld aus Assamstadt drei Zähler und übernahm die Tabellenführung. Übermorgen fahren die Mosbacher in den Main-Tauber-Kreis nach Assamstadt mit dem Ziel, diesmal – eingedenk der Niederlage in Grünsfeld – den Besuch im Nachbarlandkreis erfolgreich zu gestalten und mit der Gesamtbeute aus Assamstadt in die Kreisstadt zurückzukehren.
Die vier Auswärtsspiele in Serie hat der VfB Sennfeld hinter sich gelassen und nach den Matches auf fremden Plätzen ist im nach Wochen ersten Heimspiel der Knoten geplatzt. Der 2:1-Erfolg gegen den SV Osterburken zeigt eine in der Tabelle sichtbare positive Folge: Trainer Thomas Geigers Truppe verabschiedete sich aus der Abstiegszone. Mit nur einem Zähler mehr als der FV Lauda und der SV Osterburken ist die Luft allerdings noch dünn, sodass beim SV Nassig ein weiterer Dreier sehr hilfreich wäre. Angeblich halten sich Glück und Pech die Waage. Wenn dem so sein sollte, müsste Glücksgöttin Fortuna auf Seiten der Sennfelder sein, denn beim letzten Gastspiel des VfB in Nassig fiel das Siegtor des SVN in der 90. Minute.
Der SV Königshofen zog am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen den VfK Diedesheim mit 1:2 den Kürzeren. „Der Diedesheimer Sieg ging über 90 Minuten gesehen in Ordnung. Wir konnten uns in der Offensive kaum durchsetzen“, berichtet Königshofens Sportchef Martin Michelbach. Die Messestädter treten zum Lokalderby beim FV Lauda an, der auf den Relegationsplatz abrutschte. „Den Gegner am derzeitigen Tabellenstand zu messen, wäre fatal. Vielmehr werden wir uns wieder steigern müssen, um die Erfolgsspur zurückzukehren“, weiß Michelbach.